17 March 2026, 01:09

Dinslaken gedenkt der Opfer von Hanau und NSU-Terror mit bewegender Feier

Ein Denkmal mit der Inschrift 'Rassistischer Anthem' umgeben von Bäumen unter einem klaren Himmel.

Dinslaken gedenkt der Opfer von Hanau und NSU-Terror mit bewegender Feier

Gedenkfeier in Dinslaken: Erinnerung an die Opfer von Hanau und des NSU-Terrors

Die Stadt Dinslaken wird am 19. Februar 2026 eine Gedenkveranstaltung abhalten, um der neun Menschen zu gedenken, die beim rassistischen Anschlag in Hanau getötet wurden. Gleichzeitig wird der Opfer der rechtsterroristischen NSU-Gruppe gedacht – ein gemeinsames Zeichen gegen Hass und Diskriminierung.

Die Feier findet am Mahnmal "10+1 Bäume" im Grünzug am Rabenkamp statt. Von 15:00 bis 16:00 Uhr sind eine interreligiöse Andacht unter Leitung von Vertretern verschiedener Glaubensgemeinschaften, Turhan Tuncel sowie der Stadtverwaltung Dinslaken geplant. Auch Schülerinnen und Schüler der Ernst-Barlach-Gesamtschule werden sich an der Gedenkveranstaltung beteiligen.

Das Mahnmal "10+1 Bäume" erinnert an die zehn Opfer der NSU-Terrorzelle, die zwischen 2000 und 2007 ermordet wurden – darunter acht Unternehmer mit Migrationshintergrund, ein Polizist und eine zufällige Passantin, die bei einem Bombenanschlag ums Leben kam. Zudem würdigt es alle Opfer rassistischer Gewalt in Deutschland.

Bürgermeister Simon Panke betont, wie wichtig das Gedenken an die Opfer ist, um sich gegen rechtsextreme Gewalt zu stellen. Die Veranstaltung richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger und soll das gemeinsame Bekenntnis zu einem friedlichen und respektvollen Miteinander stärken.

Mit der Gedenkfeier setzt Dinslaken ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung. Durch die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern, religiösen Würdenträgern und Anwohnern unterstreicht die Stadt ihren Einsatz für Einheit und Erinnerung.

AKTUALISIERUNG

Der Tod eines Überlebenden fügt der Hanau- und NSU-Gedenkstätte in Dinslaken eine neue Dimension hinzu

Ein Überlebender des rechtsextremistischen Anschlags von 2020 in Hanau ist an den Folgen seiner Verletzungen gestorben. Ibrahim Akkuş, 70, wurde während des Vorfalls achtmal getroffen und verstarb am 10. Januar 2026. Sein Tod fügt nun den zehnten Namen zur Legacy des Anschlags hinzu, den die Amadeu Antonio Stiftung nun als Opfer rechtsextremistischer Gewalt erkennt. Akkuş verbrachte Monate im Krankenhaus und war bis zu seinem Tod auf einen Rollstuhl angewiesen, gepflegt von seiner Frau und Tochter in Hanau-Kesselstadt.