Falsche Papiere im Nagelstudio: Illegale Beschäftigung in Borken aufgedeckt
Finn HoffmannFalsche Papiere im Nagelstudio: Illegale Beschäftigung in Borken aufgedeckt
Ein Nagelstudio in Borken steht im Mittelpunkt einer Ermittlung, nachdem ein Mitarbeiter ohne gültige Aufenthaltserlaubnis illegal beschäftigt wurde. Der 23-jährige Mann hatte gefälschte Dokumente verwendet, um die Stelle zu erhalten. Die Behörden deckten die Täuschung während einer Routinekontrolle auf, als sein Krankenversicherungskarte verdächtig erschien.
Seit Juni 2024 haben Beamte im Zuständigkeitsbereich der Finanzkontrolle Münster zudem 18 weitere Fälle von Schwarzarbeit aufgedeckt – darunter eine Großrazzia im März 2026, bei der 17 moldawische Arbeiter ohne Papiere auf Baustellen entdeckt wurden.
Der Fall nahm seinen Anfang, als Prüfer das Studio besuchten und die Krankenversicherungskarte des Technikers überprüften. Das Foto stimmte nicht mit seinem Aussehen überein, und die Karte wirkte beschädigt. Bei der Befragung gab der Mann zu, seit Monaten unter falscher Identität in Deutschland zu arbeiten.
Die Zollbehörden nahmen ihn vorläufig in Gewahrsam, wo er seine wahre Identität bestätigte. Die Studioinhaberin erklärte, sie habe ihn gutgläubig eingestellt, ohne von dem Betrug zu wissen. Gegen den Mitarbeiter wurden inzwischen strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet.
Die Ermittlungen weiten sich nun aus, um den rechtmäßigen Inhaber der gestohlenen Krankenversicherungskarte ausfindig zu machen. Parallel entscheidet die Ausländerbehörde über die Abschiebung des Mannes.
Der Vorfall ist Teil einer größeren Welle von Kontrollen gegen illegale Beschäftigung. Seit Juni 2024 wurden in der Region 18 weitere Fälle bekannt, darunter vier bei Mindestlohnprüfungen und 17 moldawische Arbeiter, die im März 2026 ohne Genehmigung auf Baustellen in Bocholt, Münster und Stadtlohn arbeiteten.
Der Nageltechniker bleibt bis zur Klärung seiner Abschiebung in Gewahrsam. Gegen die Studioinhaberin wird nicht ermittelt, sie muss künftig jedoch strengere Sorgfalt bei der Einstellung von Mitarbeitern walten lassen. Die Behörden ermitteln weiterhin gegen die Urheber der Falschdokumente und das Netzwerk illegal beschäftigter Arbeiter in der Region.






