Förderstopp gefährdet Antirassismus-Projekte an 5.000 deutschen Schulen
Nina BauerFörderstopp gefährdet Antirassismus-Projekte an 5.000 deutschen Schulen
Kürzungen bei Fördergeldern bedrohen Antirassismus-Programme an tausenden deutschen Schulen
Das Netzwerk "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage", dem rund 5.000 Bildungseinrichtungen angehören, steht vor schweren Rückschlägen. Viele Lehrkräfte fürchten nun, kontroverse Themen wie Extremismus und Diskriminierung im Unterricht nicht mehr ansprechen zu können.
Felix Bjerke leitet an seiner Schule – wo 90 Prozent der Schüler:innen einen Migrationshintergrund haben – die Initiative "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". In seinen Workshops geht es um Rassismus, Antisemitismus, Extremismus und Verschwörungstheorien. Doch nun verlieren Organisationen wie 180 Grad Wende und Transaidency, die seine Arbeit unterstützen, ihre Bundesförderung.
Deutschlandweit zeigen sich Lehrkräfte zunehmend zurückhaltend, wenn es um politisch brisante Themen geht – selbst beim Klimawandel. Unklare Vorgaben zur Neutralitätspflicht verunsichern viele darüber, welche Inhalte sie noch gefahrlos vermitteln dürfen. Besonders hart treffen die Kürzungen Schulen in Ostdeutschland, wo der Einfluss rechtsextremer Kräfte wächst.
Als Reaktion hat ein Bündnis von Organisationen die Petition "Schulen stellen sich quer" gestartet. Bereits über 253.000 Menschen haben unterzeichnet und fordern mehr Unterstützung für Lehrkräfte im Kampf gegen Diskriminierung. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) verteidigte die Kürzungen mit dem Vorwurf, das Programm habe eine "linksliberale" Ausrichtung genommen.
Die Änderungen bei der Finanzierung werden die Ressourcen für antirassistische Bildungsarbeit an Schulen weiter einschränken. Viele Lehrkräfte könnten ganz darauf verzichten, heikle Themen zu behandeln. Ohne finanzielle Absicherung droht Programmen wie dem von Bjerke das Aus.






