KiBiz-Reform in NRW: Kitas und Eltern protestieren gegen geplante Kernzeiten und Finanzlücken
Nina BauerKiBiz-Reform in NRW: Kitas und Eltern protestieren gegen geplante Kernzeiten und Finanzlücken
Kitas und Trägernetzwerke in Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Reformen des Landes-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)
Am 31. März 2026 versammelten sich in Lennestadt rund 50 Kinder, Erzieherinnen und Eltern unter dem Motto "Wir sind sprachlos!" – eine von zahlreichen Demonstrationen, die in dieser Woche stattfinden sollen. Die Proteste, organisiert vom Trägernetzwerk WIR-KITAs, richten sich gegen die von der Landesregierung geplante Neugestaltung des KiBiz. Kritiker werfen vor, dass die im Januar aktualisierte Fassung die steigende Inflation nicht ausreichend berücksichtige. Viele Einrichtungen kämpfen inzwischen mit explodierenden Energiekosten und einem massiven Personalmangel, wodurch die Bedürfnisse der Kinder ungedeckt blieben. Vanessa Frankenthal, Leiterin des St.-Josef-Kindergartens Saalhausen, betonte, wie sich der Personalnotstand direkt auf die Betreuungsqualität auswirke.
Der Gesetzentwurf führt ein "Kern- und Randzeiten"-Modell ein, das Gegner als Verschärfung der bestehenden Probleme anprangern. Die Landesregierung hingegen verteidigt die Reform und argumentiert, sie werde die Planbarkeit für Familien verbessern und die frühe Bildung stärken. Die Behörden haben jährlich 50 Millionen Euro für Personal sowie weitere 200 Millionen Euro für das kommende Kita-Jahr zugesagt.
Sollten die Änderungen verabschiedet werden, treten sie 2027 in Kraft. Weitere Proteste sind für den 5. April in Düsseldorf, Köln, Dortmund und Münster geplant, wobei sich bereits 47 Kitas und 12 Trägernetzwerke der Opposition angeschlossen haben.
Zwar zielen die Reformen darauf ab, die frühkindliche Bildung zu stabilisieren – doch die Träger warnen vor einer Verschärfung des Personalmangels und finanzieller Überlastung. Angesichts der sich ausweitenden Proteste wächst der Druck auf die Landesregierung, die Bedenken zu berücksichtigen, bevor das Gesetz im nächsten Jahr in Kraft tritt.






