17 March 2026, 02:05

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis – doch ihr Herz schlägt für Belarus' Gefangene

Eine Europakarte, die die Provinzen Belarus und Aserbaidschan in verschiedenen Farben hervorhebt, mit zusätzlichen Textdetails über die beiden Länder.

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis – doch ihr Herz schlägt für Belarus' Gefangene

Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava hat am Samstag in Aachen offiziell den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung war ihr bereits vor vier Jahren verliehen worden, während sie in Belarus aus politischen Gründen inhaftiert war. Nun in Freiheit und in Deutschland lebend, setzt sie ihren Kampf für Demokratie in ihrer Heimat fort.

Kalesnikava nahm den Preis im Rahmen einer Feier in Aachen entgegen, einer Stadt, die sie für ihr Engagement zur Bewahrung der Geschichte schätzt. Sie beschrieb den Moment als zutiefst bewegend, betonte jedoch, dass ihre Gedanken bei denen seien, die noch immer in belarussischen Gefängnissen sitzen. Selbst in Freiheit denke sie täglich an das Gefängnis – wegen Freundinnen und Freunden, die noch immer hinter Gittern seien.

Der Karlspreis würdigt ihr langjähriges Engagement für demokratische Rechte in Belarus. Während ihrer Haft erfuhr sie erst später von der Auszeichnung, die sie als starkes Zeichen europäischer Solidarität bezeichnete. Ihre Freilassung erfolgte nach Jahren der Inhaftierung, doch ihre Arbeit geht weiter – gemeinsam mit Verbündeten wie Veronika Zepkalo und Swetlana Tichanowskaja.

Kalesnikava ist überzeugt, dass Belarus eines Tages demokratisch sein wird. Sie fordert die europäischen Regierungen auf, an der Seite der exiliierten Belarussen und der Opposition zu stehen, die im Land weiter gegen die Diktatur kämpft. Zu den früheren Preisträgern zählen der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (2023) und der rumänische Staatschef Klaus Iohannis (2020).

Die Preisverleihung war ein seltener Moment des Feierns für Kalesnikava, doch ihr Fokus bleibt auf Belarus gerichtet. Sie ruft zu anhaltender internationaler Unterstützung auf, um den Wandel voranzutreiben. Der Karlspreis steht nun sowohl für die Anerkennung ihres Kampfes als auch als Mahnmal für den anhaltenden Freiheitskampf in ihrer Heimat.

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