Millionenraub in Gelsenkirchen: Wie Diebe 3.250 Bank-Schließfächer plünderten

Kriminalermittler fordern Kontrollmechanismen für Schließfächer - Millionenraub in Gelsenkirchen: Wie Diebe 3.250 Bank-Schließfächer plünderten
Ein spektakulärer Raubüberfall in Gelsenkirchen hat die Debatte über die Sicherheit und Kontrolle von Schließfächern neu entfacht. Am 8. Dezember 2024 drangen Diebe in die Filiale der Sparkasse Gelsenkirchen ein, öffneten fast alle der 3.250 Kunden-Schließfächer und erbeuteten Millionenbeträge in bar. Der Vorfall wirft Fragen nach schärferen Regularien auf, um mögliche Geldwäsche zu bekämpfen.
Erst am 29. Dezember wurde der Einbruch entdeckt, nachdem ein Feueralarm die Behörden alarmiert hatte. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter mehrere Tage damit verbracht haben könnten, die Inhalte zu beräumen. Zunächst drangen sie in einen Archivraum ein, bohrten dann ein großes Loch in den Tresor und gelangten so an die Schließfächer.
Oliver Huth, Landesvorsitzender des Bunds Deutscher Kriminalbeamter (BDK) in Nordrhein-Westfalen, warnt seit Langem vor den Risiken unregulierter Schließfächer. Nach der sechsten EU-Geldwäscherichtlinie unterliegen diese weiterhin keiner Aufsicht – jeder kann dort Bargeld oder Wertgegenstände ohne Prüfung deponieren. Huth vermutet, dass einige Mieter die Fächer nutzen, um illegale Gelder zu verstecken. Als Beispiel nennt er einen Fall, in dem eine Kindergärtnerin 300.000 Euro in bar hortete.
Zwar äußerte sich Huth nicht direkt zum Gelsenkirchener Coup, doch betonte er, dass solche Straftaten oft monatelange Vorbereitung erfordern. Banken haben derzeit keine Möglichkeit, den Inhalt der Schließfächer zu überwachen. Ein Anwalt der betroffenen Kunden wies Spekulationen zurück, die gestohlenen Gelder seien illegal – viele Geschädigte hätten den legalen Besitz nachweisen können.
Huth räumt ein, dass einige Mieter Familien-Erbstücke oder Wertsachen lagern, stellt aber infrage, warum jemand große Bargeldsummen in einem Schließfach statt auf einem Bankkonto aufbewahrt. Der BDK fordert nun strengere Kontrollen, um Missbrauch durch die organisierte Kriminalität zu verhindern.
Der Raub in Gelsenkirchen offenbart eklatante Lücken in der Regulierung von Schließfächern. Da Banken gesetzlich nicht verpflichtet sind, die Inhalte zu prüfen, haben Behörden Schwierigkeiten, mögliche Geldwäsche zu verfolgen. Die Forderungen des BDK nach einer Reform könnten zu strengeren Regeln führen – etwa darüber, wer solche Fächer mieten darf und was darin verwahrt werden darf.

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