Solinger Kirchenkreis kämpft mit Finanzen und reformiert seine Strukturen
Ben KönigSolinger Kirchenkreis kämpft mit Finanzen und reformiert seine Strukturen
Kirchenkreis Solingen steht vor finanziellen und strukturellen Herausforderungen – Schutzkonzepte werden vorangetrieben
Der Evangelische Kirchenkreis Solingen sieht sich mit finanziellen und strukturellen Problemen konfrontiert, während er gleichzeitig seine Schutzmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt ausbaut. In ihrem Jahresbericht wies Superintendentin Dr. Ilka Werner auf die besorgniserregende Zunahme von Antisemitismus hin und rief zu Solidarität mit Israel auf.
In ihrer Ansprache bezeichnete Werner den wachsenden Antisemitismus als unerträglich. Sie mahnte zu Demut und einem klaren Bekenntnis der evangelischen Gemeinden gegen diesen Hass. Gleichzeitig rechnet der Kirchenkreis für 2024 mit einem deutlichen Haushaltsdefizit – bedingt durch sinkende Kirchensteuereinnahmen und steigende Personalkosten.
Besonders betroffen von der finanziellen Belastung ist die Diakonie, der soziale Arm der Kirche. Explodierende Personalkosten haben eine „höchst besorgnische Lage“ geschaffen, so Werner. Sie warnte, dass Leistungen gekürzt werden müssten, falls der Staat keine zusätzliche Unterstützung gewährt.
Um die Herausforderungen zu bewältigen, werden strukturelle Veränderungen umgesetzt: Der Kirchenkreis bildet drei regionale Cluster, um die Zusammenarbeit zu verbessern. Pfarrerinnen und Pfarrer arbeiten künftig in überregionalen Teams und übernehmen erweiterte Verantwortungsbereiche. Bis 2030 soll die Zahl der Pfarrstellen von derzeit 19 auf nur noch 12 reduziert werden.
Haupt- und nebenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Kirchenmusik, Kinder- und Jugendarbeit werden künftig direkt vom Kirchenkreis beschäftigt. Auch die Diakonische Agentur erhielt mehr Eigenständigkeit, um flexibler auf Entwicklungen reagieren zu können. Unterdessen schreiten die Arbeiten am Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt voran.
Der Kirchenkreis passt sich mit engerer regionaler Zusammenarbeit und weniger Pfarrstellen den finanziellen Zwängen an. Die Diakonie bleibt jedoch unter Druck – Leistungsürze könnten ohne externe Hilfe unvermeidbar werden. Die Umsetzung der Schutzkonzepte verläuft hingegen planmäßig.
