11 April 2026, 16:06

Sollen KI-Beauftragte an Schulen die digitale Bildung revolutionieren – oder Ressourcen verschwenden?

Kinder an Tischen in einem Klassenzimmer mit Büchern und Stiften auf den Tischen, Papiere an der Wand dahinter.

Sollen KI-Beauftragte an Schulen die digitale Bildung revolutionieren – oder Ressourcen verschwenden?

Ein neuer Vorschlag sieht vor, in jeder deutschen Schule eine KI-Beauftragte oder einen KI-Beauftragten einzusetzen, um Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern über künstliche Intelligenz zu beraten. Die Aufgabe bestünde darin, die Anwendungsmöglichkeiten, Risiken und Datenschutzbestimmungen von KI auf anschauliche Weise zu vermitteln. Kritiker halten den Plan jedoch für überflüssig und warnen, dass er Ressourcen von dringenderen bildungspolitischen Herausforderungen ablenke.

Gleichzeitig bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Lehrerausbildung und der Lücken in der beruflichen Bildung. Auszubildende in schulischen Programmen fordern mehr praxisnahe Vorbereitung auf den Berufsalltag.

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Die vorgeschlagenen KI-Beauftragten sollen keine Lehrkräfte ersetzen und auch keinen Beamtenstatus erhalten. Stattdessen würden sie als Vermittler fungieren, interne Schulungen anbieten und Veranstaltungen wie Informationsabende organisieren. Zu ihren Aufgaben gehörte auch die Erprobung neuer Prüfungsformate sowie die Unterstützung von Schulen bei der Integration von KI in den Unterricht verschiedener Fächer.

Befürworter argumentieren, dass Selbstlernkurse ausreichen würden, um Lehrkräfte im Umgang mit KI-Tools zu schulen. Doch einige Pädagoginnen und Pädagogen fürchten zusätzliche Arbeitsbelastung – insbesondere dann, wenn der Staat ein eigenes KI-System bereitstellt. In diesem Fall könnten Schulen zwar Datenschutzrisiken und Kosten vermeiden, doch die Lehrkräfte stünden möglicherweise vor mehr Verantwortung.

Kritiker bewerten das von Düsseldorf unterstützte KI-Tool als Geldverschwendung. Sie betonen, dass bestehende Mittel sinnvoller eingesetzt werden könnten, um langjährige Probleme zu lösen – etwa den Rückgang der beruflichen Ausbildung in Kindergärten. Bayern bleibt das einzige Bundesland, das solche Programme noch anbietet.

Unterdessen klagen Referendarinnen und Referendare über zu theoretische Ausbildungsinhalte. Sie fühlen sich unzureichend auf die realen Herausforderungen im Klassenzimmer vorbereitet. Auch der Bundeselternrat drängt auf Reformen und fordert die Abschaffung veralteter Schulstrukturen.

Als vorübergehende Lösung schlagen einige vor, große Sprachmodelle (LLMs) für administrative Entlastungsaufgaben einzusetzen – etwa zum Drucken oder Kopieren von Materialien. Dies könnte Datenschutzbedenken umgehen und die Kosten niedrig halten.

Die Debatte um KI an Schulen zeigt die Spannung zwischen Innovation und praktischen Erfordernissen. Würde der Vorschlag umgesetzt, markierte die Einführung von KI-Beauftragten einen Wandel im Umgang mit Technologie in der Bildung. Doch ohne die Lücken in der Lehrerausbildung und den Rückgang der beruflichen Bildung anzugehen, warnen Kritiker, dass der Plan tiefere systemische Probleme ignorieren könnte. Letztlich wird sich zeigen, ob die Politik neue Werkzeuge oder langfristige Bildungsreformen priorisiert.

Quelle