Streit um Münsters Fußgängerzone: Händler blockieren SPD-Pläne für die Wilhelm-Bockelmann-Straße
Finn HoffmannStreit um Münsters Fußgängerzone: Händler blockieren SPD-Pläne für die Wilhelm-Bockelmann-Straße
Hitze Debatte beim Event "Wirtschaft trifft Politik" in Münster: Händler und Politiker streiten über Fußgängerzone
Eine hitzige Diskussion entbrannte beim Event "Wirtschaft trifft Politik" in Münster, wo Unternehmer und lokale Politiker über Pläne für eine Fußgängerzone in der Wilhelm-Bockelmann-Straße aneinandergerieten. Der von der SPD-Fraktion eingebrachte Vorschlag sollte den Fußgängerverkehr beleben und die Gastronomie stärken – stieß jedoch auf vehementen Widerstand der Händler, die kaum Vorteile darin sahen.
Veranstaltet von der Aktionsgemeinschaft Münster (AGM) im Autohaus Plaschka, versammelte die Runde Unternehmer, Stadträte und Verwaltungsvertreter, um über die Belebung der Innenstadt angesichts steigender Leerstände zu diskutieren.
Der SPD-Plan, einen Abschnitt der Wilhelm-Bockelmann-Straße für den Autoverkehr zu sperren, löste sofort scharfe Kritik aus. Händler argumentierten, eine Fußgängerzone werde keine zusätzlichen Kunden anlocken und könnte den Handel sogar schwächen. Marco Tews von der SPD kündigte später an, den Antrag zurückzuziehen – ein Zugeständnis an die Bedenken der Kaufleute.
AGM-Vorsitzende Maria Plaschka kritisierte die SPD dafür, wichtige Akteure nicht einbezogen und ein unausgereiftes Konzept vorgelegt zu haben. Dennoch sah sie einen positiven Aspekt: Die Veranstaltung habe den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik neu belebt. Plaschka schlug zudem einen Förderfonds vor, um neuen Einzelhändlern den Einstieg zu erleichtern – betonte aber, dass die AGM nicht allein für die Besetzung leerstehender Läden verantwortlich sein könne.
Dr. Carsten Emmann, sowohl Unternehmer als auch Stadtrat, nutzte die Plattform, um die Bedeutung unternehmerischer Stimmen in der Kommunalpolitik zu unterstreichen. Plaschka regte an, die bestehende Marketing-Arbeitsgruppe der Stadt stärker in die Innenstadtbelebung einzubinden – ohne jedoch selbst in die direkte Ansiedlung von Betrieben einzugreifen.
An der Veranstaltung nahmen Dutzende Händler und Vertreter der Stadtverwaltung teil. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie wirtschaftliches Wachstum und politische Planung in Einklang zu bringen sind. Die hohen Leerstandsquoten bleiben ein drängendes Problem, wobei aktuelle Daten aus Wernhard Helms' Präsentation zu leerstehenden Immobilien (2024) in der Diskussion keine Erwähnung fanden.
Der Fußgängerzonen-Vorschlag ist vorerst vom Tisch – die SPD lenkte nach dem Widerstand der Wirtschaft ein. Plaschkas Forderung nach einem Förderfonds und besserer Zusammenarbeit deutet auf einen Kurswechsel hin: Künftig sollen Lösungen gemeinsam erarbeitet werden. Für Münsters Innenstadt wird der Weg nach vorn wohl von einer engeren Abstimmung zwischen Händlern, Politikern und Marketinginitiativen abhängen.






