Warum Eintrittsgelder für Kölner und Aachener Dom auf Widerstand stoßen
Sophia FrankeEhemaliger Domarchitekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Warum Eintrittsgelder für Kölner und Aachener Dom auf Widerstand stoßen
Pläne zur Einführung von Eintrittsgeldern an bedeutenden deutschen Sakralbauten stoßen seit fünf Jahren auf heftigen Widerstand. Die Debatte entbrannte 2023, als der Kölner Dom Gebühren erwog, und flammte 2024 erneut auf, als der Aachener Dom vorübergehend Eintritt verlangte. Proteste, Petitionen und eine Welle der Medienkritik folgten – viele warnten, solche Abgaben gefährdeten den öffentlichen Zugang zu kulturellen Wahrzeichen.
Der Kölner Dom, ein UNESCO-Weltkulturerbe mit jährlich sechs Millionen Besuchern, geriet 2023 in den Fokus. Der Vorschlag, Eintritt zu verlangen, löste Empörung aus: Über 100.000 Menschen unterzeichneten Petitionen gegen das Vorhaben. Kritiker argumentierten, dass Eintrittsgelder den Dom als öffentlichen und spirituellen Ort untergraben würden.
Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, gehörte zu den lautstärksten Gegnern. Sie bezeichnete das Bauwerk als "unseren Dom" und betonte seine tiefe Verwurzelung in der Kölner Identität. In Interviews warnte sie, Gebühren könnten Besucher abschrecken und den inklusiven Charakter des Ortes verändern. Der Dom, berühmt für die Reliquien der Heiligen Drei Könige, war stets frei zugänglich – eine Tradition, die Unterstützer unbedingt bewahren wollten.
Zwar gab es auch vereinzelte Zustimmung mit dem Verweis auf dringend benötigte Mittel für den Umgang mit steigenden Besucherzahlen und Instandhaltungskosten. Doch der kurze Versuch des Aachener Doms mit Eintrittsgeldern 2024 entfachte die Diskussion erneut – der öffentliche Widerstand blieb ungebrochen.
Die Ablehnung von Eintrittsgeldern zeigt das Spannungsfeld zwischen Erhaltungsfinanzierung und öffentlichem Zugang. Große Stätten wie der Kölner Dom bleiben vorerst ohne Gebühren für alle zugänglich. Der Druck durch Proteste und Petitionen hat diese Wahrzeichen bisher vor einer Kommerzialisierung bewahrt.