Warum Ruhm für Musiker tödlicher ist als der „Club 27“-Mythos

Admin User
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Eine Gruppe von Musikern, die auf der Bühne mit verschiedenen Instrumenten spielen.

Warum Ruhm für Musiker tödlicher ist als der „Club 27“-Mythos

Die Idee des "Club 27" fasziniert Musikfans seit langem – eine mysteriöse Verbindung zwischen den frühen Todesfällen von Stars wie Jimi Hendrix, Janis Joplin und Amy Winehouse, die alle im selben jungen Alter starben. Doch Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass nicht eine bestimmte Zahl, sondern der Ruhm selbst das eigentliche Risiko für die Lebenserwartung von Musikern darstellt. Studien zeigen: Bekannte Künstler sterben im Schnitt Jahre früher als ihre weniger prominenten Kollegen.

Schon im Jahr 2000 untersuchten die Forscher Dieter Hackspiel und Karl Lauterbach von der Universität Witten/Herdecke die Lebensspannen von über 1.000 Musikern. Ihre im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten Ergebnisse offenbarten, dass berühmte Künstler im Durchschnitt 4,6 Jahre früher starben als weniger bekannte. In extremen Fällen konnte Ruhm die Lebenserwartung sogar um bis zu 20 Jahre verkürzen – oft bedingt durch Stress, Substanzmissbrauch und riskante Lebensweisen.

Allein der Faktor Berühmtheit erhöhte das Sterberisiko um 33 Prozent. Die Studie stellte fest, dass bekannte Musiker durchschnittlich ein Alter von 75,19 Jahren erreichten, während ihre weniger prominenten Kollegen im Schnitt 79,75 Jahre alt wurden. Eine separate Analyse des British Medical Journal widerlegte unterdessen die Vorstellung einer "verfluchten" Altersstufe wie 27 oder 37: Es gebe keinen statistischen Zusammenhang zwischen frühen Todesfällen und bestimmten Lebensjahren. Dennoch hält sich der Mythos des "Club 27" hartnäckig – verbunden mit sechs Ikone wie Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Kurt Cobain und Amy Winehouse, die alle in oder nahe diesem Alter starben. Ihre prominenten Todesfälle nährten die Legende, obwohl die Forschung auf die generellen Gefahren von Ruhm hinweist – und nicht auf eine einzelne "tödliche" Zahl.

Die Studien zeichnen ein klares Muster: Ruhm verkürzt Leben, unabhängig vom Alter. Da berühmte Musiker im Durchschnitt Jahre früher sterben, erweisen sich die Risiken durch Stress, Drogenkonsum und öffentlichen Druck als weit bedeutsamer als jeder angebliche Fluch. Die Erkenntnisse lenken den Blick von Aberglauben hin zu den realen Belastungen des Prominentendaseins.