Bitcoin verliert die Hälfte seines Werts – doch die Steuerlücke bleibt

Sophia Franke
Sophia Franke
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Ein Kreisdiagramm auf einem weißen Hintergrund, das die Marktkapitalisierungen verschiedener Kryptowährungen im Jahr 2016 zeigt, darunter Bitcoin, Ethereum und Litecoin, mit begleitendem Text, der die Kapitalisierungen erläutert.Sophia Franke

Bitcoin verliert die Hälfte seines Werts – doch die Steuerlücke bleibt

Bitcoin hat seit seinem Höchststand im vergangenen Jahr stark an Wert verloren und fast die Hälfte seines Marktwerts eingebüßt. Trotz dieses Rückgangs sind sich Experten uneinig über seine Zukunft: Manche sehen darin weiterhin eine lohnende langfristige Anlage. Gleichzeitig begünstigen die deutschen Steuerregeln weiterhin Krypto-Investoren – auf Kosten von Milliarden an potenziellen Staatseinnahmen.

Die Bundesregierung steht wegen ihrer Handhabung der Besteuerung von Kryptowährungen in der Kritik. Der Ökonom Co-Pierre Georg schätzt, dass die steuerlichen Vorteile – etwa die Befreiung von Gewinnen aus Krypto-Verkäufen nach einer einjährigen Haltefrist – den Staat jährlich rund 10 Milliarden Euro kosten. Doch bis März 2026 wurden weder neue Vorschriften erlassen noch strengere Kontrollmechanismen eingeführt, um diese Lücke zu schließen.

Seit Januar sind Krypto-Handelsplattformen in Deutschland verpflichtet, Nutzerdaten und Transaktionen an die Finanzbehörden zu melden. Doch dieser Schritt reicht offenbar nicht aus, um die Einnahmenausfälle zu kompensieren. Das Investmenthaus Flossbach von Storch, das derzeit weder Bitcoin noch andere digitale Vermögenswerte hält, beobachtet den Markt dennoch aufmerksam.

Die extreme Volatilität bleibt ein Markenzeichen von Bitcoin, dessen Kurschwankungen maßgeblich von der US-Geldpolitik und der globalen Wirtschaftslage abhängen. Trotz des jüngsten Abschwungs zeigt sich Professor Gunther Schnabl optimistisch über das langfristige Potenzial. Er argumentiert, Bitcoin diene weiterhin als Inflationsschutz und sei eine tragfähige Alternative zu Gold, um Portfolios zu diversifizieren.

In den USA lässt das Interesse an digitalen Währungen derweil nach: Der Anteil der Anleger, die Krypto halten, sank von 17 Prozent im Juli 2025 auf 12 Prozent im Dezember. Die kurzfristige Entwicklung von Bitcoin bleibt ungewiss und hängt stark von künftigen geldpolitischen Entscheidungen in den USA ab.

Deutschlands Krypto-Steuerpolitik bleibt unverändert – mit spürbaren Mindereinnahmen für den Staat. Während der Bitcoin-Kurs weiter schwächelt, hält seine Rolle als Inflationsabsicherung einige Investoren bei der Stange. Die nächsten Marktbewegungen werden voraussichtlich von den allgemeinen Wirtschaftstrends und regulatorischen Weichenstellungen abhängen.

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