Dürens 35-Millionen-Wasserstoffwerk kämpft um wirtschaftliche Zukunft

Sophia Franke
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Eine Säulendiagramm, das die Anzahl der Elektrofahrzeuge in den Vereinigten Staaten zeigt, mit Text, der eine Zunahme der installierten Kapazität von BMW anzeigt, vor einem weißen Hintergrund.Sophia Franke

Dürens 35-Millionen-Wasserstoffwerk kämpft um wirtschaftliche Zukunft

Düren errichtet 35-Millionen-Euro-Wasserstoffwerk – doch die Zukunft bleibt ungewiss

Im westdeutschen Kreis Düren entsteht am Brainergy Park in Jülich eine 35 Millionen Euro teure Wasserstoffanlage. Sie soll eine wachsende Flotte von Brennstoffzellenbussen antreiben, doch ihre wirtschaftliche Perspektive bleibt fraglich. Bei der derzeitigen Nachfrage, die weit unter der Kapazität liegt, warnen Verantwortliche, dass das Projekt ohne einen deutlichen Nachfrageschub kaum tragfähig sein wird.

Die 10-Megawatt-Elektrolyseanlage, die mit 14,7 Millionen Euro Bundesförderung unterstützt wird, ist darauf ausgelegt, bis zu 180 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde zu produzieren – das entspricht etwa 1.577 Tonnen jährlich. Doch die bestehende Flotte von rund 20 Solaris-Brennstoffzellenbussen im Kreis Düren verbraucht gerade einmal 72 Tonnen pro Jahr, sodass die Anlage nur im einstelligen Prozentbereich ausgelastet ist. Die jährlichen Kapitalkosten belaufen sich allein auf 4,97 Millionen Euro, was die Produktionskosten für Wasserstoff auf 69 Euro pro Kilogramm treibt – noch bevor Strom- und Wartungskosten hinzugerechnet werden.

Um die Investition zu rechtfertigen, plant die Region, in den nächsten fünf Jahren 30 weitere Wasserstoffbusse anzuschaffen. Selbst dann müsste sich die Nachfrage verzehnfachen, damit die Anlage wirtschaftlich rentabel wird. Bleibt der Absatz aus, droht die Wasserstofftankstelle obsolett zu werden – mit der Gefahr, dass Busse monatelang stillstehen.

Lehrgeld aus früheren Projekten Erfahrungen aus früheren Vorhaben, etwa in Aberdeen oder Kalifornien, zeigen die Herausforderungen bei der Skalierung von Pilotprojekten. Die Hochdruck-Infrastruktur für Wasserstoff erfordert kostspielige Instandhaltung, und eine geringe Nachfrage kann aus ehrgeizigen Plänen schnell "stranded assets" – also nicht mehr nutzbare Investitionen – machen. Gleichzeitig zeigen Emissionsvergleiche, dass Wasserstoffbusse jährlich zwischen 43,9 und 86 Tonnen CO₂ ausstoßen – mehr als batterieelektrische Alternativen, aber weniger als Dieselbusse.

Entscheidend ist die Nachfrage Der Erfolg der Anlage hängt davon ab, ob sich der Wasserstoffbedarf deutlich erhöht – sei es durch eine größere Busflotte oder industrielle Abnehmer. Bleibt der Absatz aus, könnte Düren mit massiven finanziellen Belastungen konfrontiert sein: Die Produktionskosten könnten dann auf bis zu 140 Euro pro Kilogramm steigen. Nun steht der Kreis vor der Aufgabe, langfristige Kunden zu gewinnen – oder riskiert eine kaum genutzte Großanlage.

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