"Miss Germany" 2024: Warum zwei Kopftuch tragende Finalistinnen Deutschland verändern

Finn Hoffmann
Finn Hoffmann
2 Min.
Ein altes Buchcover mit drei Frauen in traditioneller bayrischer Tracht, wobei eine ein Teller mit einem herzförmigen Objekt hält, betitelt mit "Riaderadatich, September 1918".Finn Hoffmann

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany" 2024: Warum zwei Kopftuch tragende Finalistinnen Deutschland verändern

Deutschland krönt an diesem Wochenende seine neue "Miss Germany" – nach einem Wettbewerb, der für Debatten sorgt

Unter den neun Finalistinnen sind Büşra Sayed und Amina Ben Bouzid, die beide ein Kopftuch tragen. Ihre Teilnahme hat Kritik ausgelöst – einige stellen infrage, ob sie "deutsch genug" seien, um das Land zu repräsentieren.

Die Veranstaltung markiert einen Bruch mit herkömmlichen Schönheitsidealen: Die Organisator:innen legen nun mehr Wert auf Führungsqualitäten und Unternehmerinnengeist als auf äußere Erscheinung.

Sayed und Ben Bouzid sehen sich seit ihrer Nominierung einer Welle rassistischer und sexistischer Kommentare ausgesetzt. Rund 90 Prozent der beleidigenden Nachrichten stammen von Männern. Trotz allem bleiben beide entschlossen – für sie ist die Teilnahme eine Chance, anderen Frauen Türen zu öffnen.

Ben Bouzid, Finalistin in der Kategorie "Female Leader", betont selbstbewusst ihre deutsche Identität: "Wir sind deutsch!" Sayed fügt mit Humor hinzu: "Und wir lüften auch ordentlich durch." Sie selbst tritt in der Kategorie "Female Founder" an – ein Zeichen für die neue Ausrichtung des Wettbewerbs.

Die neun Finalistinnen wurden aus über 2.600 Bewerberinnen ausgewählt. Darunter sind eine Biologin und eine Pressesprecherin der Bundeswehr – ein Spiegel für den erweiterten Fokus der Veranstaltung. Die Organisator:innen haben sich vom klassischen Schönheitswettbewerb verabschiedet und suchen stattdessen Frauen, die künftig in DAX-Vorständen oder als erfolgreiche Unternehmerinnen durchstarten könnten.

Sayed und Ben Bouzid lassen sich von der Kritik nicht beirren. Ihre Präsenz im Finale stellt veraltete Vorstellungen infrage und setzt ein Beispiel für junge Frauen mit unterschiedlichen Hintergründen.

Die "Miss Germany"-Finalshow wird ein neuer Wettbewerbstyp sein – einer, der Führungskraft und Ehrgeiz über klassische Schönheit stellt. Die Teilnahme von Sayed und Ben Bouzid hat bereits wichtige Diskussionen über Identität und Repräsentation angestoßen. Die Siegerin wird an diesem Wochenende gekürt – ein möglicher Wendepunkt für die Zukunft der Veranstaltung.

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