Zugbegleiterin kämpft nach 25 Jahren gegen Gewalt und Gleichgültigkeit im Job
Zugbegleiterin kämpft nach 25 Jahren gegen Gewalt und Gleichgültigkeit im Job
Zugbegleiterin aus Saerbeck fordert besseren Schutz nach Jahren der Bedrohungen und Angriffe durch Fahrgäste. Mandy Brune, die seit 25 Jahren für die Deutsche Bahn arbeitet, unterstützt nun eine Kampagne, die auf die Risiken aufmerksam machen soll, denen Bahnmitarbeiter täglich ausgesetzt sind. Ihre Forderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Gewerkschaftsvertreter in der gesamten Branche strengere Sicherheitsvorkehrungen für Zugbegleiter einfordern. Brune hat im Laufe ihrer Karriere immer wieder verbale Beleidigungen und Gewaltandrohungen durch Fahrgäste erlebt. Zudem musste sie mit ansehen, wie Passagiere nicht eingriffen, wenn Zugbegleiter angegriffen wurden. Ihre Erfahrungen spiegeln die wachsende Sorge vieler Bahnmitarbeiter um ihre Sicherheit wider. Die Kampagne "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" zielt darauf ab, Fahrgäste über die Herausforderungen zu informieren, mit denen Zugbegleiter und andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst konfrontiert sind. Brune hofft, dass sie mehr Zuschauer ermutigen wird, einzugreifen, wenn Personal durch Fahrgäste bedroht wird. Unterdessen fordert Neithard von Böhlen, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Nordrhein-Westfalen, wirksamere Schutzmaßnahmen für Zugbegleiter. Zu seinen Vorschlägen gehören doppelt besetzte Schichten und Körperkameras für Mitarbeiter sowie eine spezielle Staatsanwaltschaft, die sich mit Übergriffen auf Zugbegleiter befasst. Die Deutsche Bahn verzeichnete im Jahr 2025 über 3.000 Angriffe auf Mitarbeiter – offizielle Zahlen für 2023 liegen jedoch noch nicht vor. Brunes Engagement und die Forderungen der Gewerkschaft nach Reformen unterstreichen die anhaltenden Risiken für Bahnmitarbeiter. Während die Kampagne das Bewusstsein für Missstände schärfen und die Reaktion auf Übergriffe durch Fahrgäste verbessern soll, prüfen Branchenvertreter strengere Sicherheitskonzepte für Zugbegleiter. Bis dahin bleiben Zugbegleiter weiter Bedrohungen durch Fahrgäste ausgesetzt – mit nur begrenztem offiziellen Schutz.
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