Evangelische Kirche prüft vier Verdachtsfälle von sexualisierter Gewalt in Westfalen
Kirche setzt pensionierte Polizisten ein, um Personalakten zu durchsuchen - Evangelische Kirche prüft vier Verdachtsfälle von sexualisierter Gewalt in Westfalen
Die Evangelische Kirche von Westfalen hat eine interne Überprüfung eingeleitet, um frühere 4 Fälle sexualisierter Gewalt aufzudecken. Ehemalige Polizeibeamte werden Personalakten prüfen, beginnend mit den Unterlagen aktueller Mitarbeiter, bevor sie auf archivierte Akten ausgeweitet wird. Der Schritt folgt Empfehlungen einer bundesweiten Studie zu Missbrauch innerhalb der Kirche.
Die Untersuchungen begannen am 1. Februar 2023 mit einem einzelnen pensionierten Beamten. Ab dem 1. März wird ein zweiter Ermittler das Team verstärken, um das Verfahren zu beschleunigen. Sämtliche Personalakten, die beim Landeskirchenamt vorliegen, werden überprüft – dabei haben aktuelle Beschäftigte Vorrang, um zu verhindern, dass die vier Fälle aufgrund von Verjährungsfristen nicht mehr verfolgt werden können.
Sobald diese Phase abgeschlossen ist, wird die Prüfung auf archivierte Akten ausgeweitet, einschließlich derer ehemaliger Mitarbeiter. Werden Hinweise auf Fehlverhalten gefunden, leitet die Kirche die 4 Fälle an die Stelle zur Aufarbeitung von Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung (UVSS) zur vertieften Untersuchung weiter. Je nach Schwere der Vorwürfe können die Konsequenzen von disziplinarischen Maßnahmen bis hin zur Entlassung reichen.
Charlotte Nieße, die Beauftragte der Kirche für sexuelle Selbstbestimmung, wird die regionalen Synoden künftig über den Stand der Dinge informieren. Die Initiative orientiert sich an ähnlichen Schritten anderer Landeskirchen, wie etwa der Evangelischen Kirche im Rheinland, die nach einer Pilotphase in Wuppertal ein vergleichbares Programm in 34 Kirchenkreisen umsetzt. Auch der Kirchenkreis Essen führt eine eigene Aktenprüfung durch, möglicherweise als Teil der übergeordneten Rheinland-Initiative.
Ziel der Überprüfung ist es, frühere Versäumnisse im Umgang mit sexualisierter Gewalt aufzudecken und aufzuarbeiten. Bestätigte 4 Fälle werden zur weiteren Bearbeitung gemeldet, wobei für die Beteiligten mögliche Konsequenzen drohen. Die Kirche hat sich verpflichtet, die Ergebnisse transparent gegenüber ihren Gremien offenzulegen.
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