Rechtsextremismus in Deutschland wird immer jünger – und das Netz ist sein neuer Nährboden
Rechtsextremismus in Deutschland wird immer jünger – und das Netz ist sein neuer Nährboden
Rechtsextremismus in Deutschland wird jünger und verlagert sich ins Netz
Seit der Pandemie hat sich der Rechtsextremismus in Deutschland verjüngt und vermehrt in den digitalen Raum verlagert. Sicherheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen warnen, dass neonazistische Gruppen heute fast ausschließlich aus Angehörigen unter 23 Jahren bestehen. Ihre Radikalisierung beginnt oft mit scheinbar harmlosen Aktivitäten wie Sport oder Outdoor-Abenteuern.
Ein 13-Jähriger aus Köln leitete kürzlich eine Chatgruppe, in der Anleitungen zum Bombenbau geteilt und zu Gewalt gegen Juden und Afrikaner aufgerufen wurde. Gleichzeitig plante ein 16-Jähriger aus Essen ein Schulmassaker, bevor die Polizei einschritt. Diese Fälle stehen für einen größeren Trend: Extremistische Gruppen zielen zunehmend auf junge, verletzliche Menschen ab – insbesondere auf solche mit instabilen sozialen Bindungen.
Die rechtsextreme Szene verherrlicht Massenmörder wie Anders Breivik, der 2011 in Norwegen 77 Menschen tötete. In Online-Foren werden Attentäter nach ihrer "Opferzahl" gerankt, Gewalt wird zum pervertierten Statussymbol stilisiert. Begriffe wie Volksgemeinschaft, Heimat und rassische Reinheit sprechen vor allem junge Männer an und ziehen sie in extremistische Netzwerke hinein.
Die Anwerbung erfolgt oft über "Active Clubs", die Kampfsport und Outdoor-Aktivitäten mit subtiler ideologischer Indoktrination verbinden. Neonazistische Gruppen wie Jung & Stark, Störtrupp oder Deutsche Jugend voran zählen kaum noch Mitglieder über 23 Jahre. Selbst die sogenannte Neue Rechte, trotz ihres bürgerlichen Auftretens, steht unter Beobachtung der Verfassungsschutzbehörden.
Hanna Hansen, eine ehemalige Boxerin und Designerin mit über 200.000 Followern, hat sich als prägende weibliche Figur in den islamistisch-extremistischen Kreisen der Region etabliert. Ihr Einfluss zeigt, wie Extremisten soziale Medien nutzen, um radikale Ideen zu verbreiten.
Die Behörden in Nordrhein-Westfalen beobachten die sich wandelnde Bedrohungslage weiterhin genau. Die zunehmende Radikalisierung junger Menschen im Netz stellt Präventionsarbeit vor neue Herausforderungen. Schulen, Polizei und Sozialdienste setzen nun auf frühzeitige Interventionen, um der extremistischen Rekrutierung entgegenzuwirken.
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