NRW-Krankenhäuser: Alarmierende Lücken in der Krisenvorsorge aufgedeckt

Ben König
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Ein gerahmtes Plakat zum 70-jährigen Jubiläum des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, mit einer Gruppe von Menschen in der Mitte und umgeben von Text und Zahlen.Ben König

NRW-Krankenhäuser: Alarmierende Lücken in der Krisenvorsorge aufgedeckt

Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen: Schwere Mängel bei der Krisenvorsorge

Ein neuer Bericht offenbart gravierende Lücken in der Notfallvorsorge von Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen (NRW). Trotz der Schutzmaßnahmen aus dem Kalten Krieg fehlen in den heutigen Einrichtungen unterirdische Bunker, zuverlässige Wasserversorgungen und langfristige Stromlösungen. Experten warnen, dass die chronische Unterfinanzierung die kritische Infrastruktur in großflächigen Krisenfällen verwundbar macht.

Während des Kalten Krieges unterhielt NRW Hilfsbunker, die im Ernstfall als medizinische Schutzräume hätten dienen können. Diese wurden jedoch stillgelegt, und heute verfügt kein einziges Krankenhaus in der Region über unterirdische Schutzräume. Besonders problematisch ist dies vor dem Hintergrund, dass die städtischen Kliniken Kölns zwar einen zweistöckigen Keller vorschlagen, der im Normalbetrieb als Parkhaus und in Krisenzeiten als medizinische Notfallzentrale fungieren soll. Doch das Projekt bleibt unfinanziert – NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) räumte ein, dass keine Landesmittel verfügbar seien, und verwies stattdessen auf mögliche Bundesmittel aus dem Verteidigungsetat.

Eine Umfrage des WDR unter 53 Krankenhäusern in NRW ergab, dass 40 Einrichtungen über Notstromsysteme verfügen, wobei mehr als die Hälfte davon bis zu drei Tage betrieben werden kann. Das Bergmannsheil in Bochum etwa setzt fünf Dieselgeneratoren ein, deren Treibstoffvorräte für 72 Stunden ausreichen – ein Standard, der in Deutschland weit verbreitet ist. Doch Mirko Aach, ärztlicher Direktor des Krankenhauses, zweifelt daran, ob dies für Massenanfälle von Verletzten, etwa nach einem großen Anschlag, ausreichen würde.

Auch die Arzneimittelversorgung stellt eine Herausforderung dar. Krankenhäuser lagern zwar essenzielle Medikamente für zwei bis sechs Wochen ein, doch Blutkonserven wären in einer Krise schnell aufgebraucht. Professor Boris Augurzky schlägt ein rotierendes Lagerungssystem vor, um das Verfallen von Medikamenten zu verhindern – doch eine Umsetzung steht noch aus. Noch prekärer ist die Wasserversorgung: Die meisten Krankenhäuser sind vollständig von externen Lieferanten abhängig. Nur jedes fünfte hält einen Vorrat an abgefülltem Wasser für eine Woche bereit.

Die Schulung von Personal für Krisenszenarien verschärft die Problematik. Angesichts knapper Budgets sind Fortbildungen kostspielig und werden selten erstattet. Ohne regelmäßige Übungen droht die Vorbereitung auf Notfälle weiter zu vernachlässigen.

Der Bericht zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen den aktuellen Kapazitäten der Krankenhäuser und den Anforderungen bei großflächigen Krisen. Zwar verfügen einige Einrichtungen über Notstrom und kurzfristige Vorräte, doch bleiben gravierende Schwächen bei der Wasserbevorratung, dem Schutzraumausbau und der Finanzierung bestehen. Ohne gezielte Maßnahmen, so die Warnung von Experten, könnten die Krankenhäuser auf längere Krisen oder Angriffe schlecht vorbereitet sein.

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